Gästebuch und Blog von malindi.info

Keine Touristen und ein neuer Lockdown #Todesstoß für die Reisebranche#

Liebe Kenia-Freunde und Malindi.info Follower,

kurz bevor ich mich auf den Weg nach Deutschland mache, hier nochmal ein Abriss, wie ich Kenia in Zeiten von Corona erleben durfte.

Das geschäftige Treiben in Malindi, wie ihr es alle kennt, findet nach wie vor statt, bloß müsst ihr euch die Touristen wegdenken und auch in den Restaurants und Bars ist kaum noch etwas los. Viele Restaurants haben geschlossen, andere grad erst wieder frisch geöffnet. Und schon wird wieder ein Lockdown ausgerufen, der ab 2. November gilt und das ganze Land herunterfährt. Eigentlich alles genauso wie in Deutschland, nur dass die Leute hier keinen Rettungsschirm haben, der aufgespannt wird.

Auch dieses Mal wollte ich mir eine kleine Safari leisten, denn die Kids gehen ja noch nicht wieder zur Schule und haben die Tiere noch nie live in freier Wildbahn gesehen. Also ging es nach Tsavo East mit Übernachtung in Voi. Am Sala Gate bekommt man zwar noch die üblichen Andenken, aber keinen Kaffee oder sonstige Getränke mehr. Den ganzen Tag über haben wir nur 2 Busse gesehen, beide mit lokalen Touristen aus Nairobi gefüllt. Kein Radio mit Hinweisen, wo Katzen gesichtet wurden, aber meine Bedenken wurden schnell zerstreut, denn wir haben insgesamt über 25 Löwen an 6 verschiedenen Standorten gesehen. Auch ein Leopard ist kurz in unserem Blickfeld aufgetaucht, aber für gute Fotos hat es nicht gereicht.

Junger Löwe in Tsavo East nahe Voi
Junger Löwe in Tsavo East nahe Voi

Geplant war eigentlich auch ein Besuch in einem Waisenhaus für Elefanten nahe an Voi, die hatte aber, bedingt durch Corona, noch nicht geöffnet. Alles diskutieren brachte nichts … und dieses Mal auch nicht die Aussicht auf eine Extra-Spende: „Wir dürfen erst wieder öffnen, wenn wir das GO aus Nairobi haben!“ war die Aussage.

Am nächsten Tag sollte es zeitig weitergehen. Am Voi Gate dann die Überraschung: Fieber messen, Kontaktdaten hinterlassen und Maske auf und desinfizieren. OHNE WORTE !!! Wir sind dann wieder ganz entspannt in Richtung Sala Gate getuckelt und haben unterwegs doch noch einiges an Tieren zu Gesicht bekommen. Mehr dann in der Fotogalerie, wenn ich zurück bin.

Malindis Strände sind an den Wochentagen eigentlich fast immer menschenleer. Nur vereinzelt findet man mal paar Kids, die Baden gehen. An den Wochenenden ist insbesondere Silversands Beach voll mit Einheimischen, die ihren Sonntagsspaziergang machen. Es scheint so, als ob das insbesondere bei der jungen Generation U18 mittlerweile Kult geworden ist. Wir waren an 2 Sonntagen am Coco Beach (Anfang vom Silversands nahe Scorpio Villas) und konnten das lebhafte Treiben gut beobachten.

Silversand Beach vom Scorpio Villas Coco Beach aus
Silversand Beach vom Scorpio Villas Coco Beach aus

Ein Bootstrip vom Marine Park aus spülte wenigstens Captain Ali ein wenig Geld in die Kasse und obendrein konnten wir noch das Abendessen mit einem Barrakuda sichern. Als wir ein paar Tage später im Marine Park noch ein paar Fotos machen wollten, wurden wir schon nicht mehr durch gelassen: „Wegen Corona ist der Marine Park geschlossen!“ sagte der Uniformierte. Als ich dann anfing loszulegen und ihm erklärte, dass der Wind von Australien her weht und der Virus eine Stecke von über 6.000 km zurücklegen müsste, lachte er nur noch. Nachdem mir dann eine andere Dame am Gate erzählte, dass ich für 5 Minuten rein könnte, dass das aber dann Geld kostet und sie das erst mit dem Boss besprechen müsste, haben wir den ersten Gang eingelegt und sind einfach abgedüst. Auch dazu fallen mir nur noch Sachen ein, die den Rahmen hier sprengen würden.

Boottrip nach Mayungu Island
Boottrip nach Mayungu Island

Alles in allem war der Urlaub für mich persönlich relativ entspannt, denn ich hatte ein Haus gemietet und war durch ein Motorrad relativ mobil. Wenn man allerdings die Clubs und Bars zu sehr vermisst, sollte man lieber daheim bleiben. Alle Clubs sind zu und die Lokale und Bars nur bis zur 22 Uhr geöffnet, denn ab 23 Uhr ist Ausgangssperre.

Wie es weitergeht, wird nächste Woche der Präsident verkünden, aber es ist so gut wie sicher, dass es einen neuen totoalen Lockdown geben wird. Es wird auch hier getestet was das Zeug hält, und somit wird auch mehr gefunden. Erstaunlich, wie alle weltweit in das gleiche Horn blasen.

Die ersten Leute hier fangen an, die aktuelle Lage sehr realistisch zu betrachten. Genau wie ich auch gehen die davon aus, das der Pauschaltourismus vorerst am Ende ist und orientieren sich um, einfach zu überleben. Ich denke, dass Kenia eine sehr schwere Zeit bevorsteht und der Tourismus für Jahre auf Eis gelegt werden muss, denn wer aus Europa wird sich in Urlaub begeben, wenn zu Hause „die Hütte“ brennt?

Lasst uns versuchen, otimistisch zu bleiben, auch wenn das in diesen Zeiten schwer fällt. Ich bleibe für Euch weiter am Ball und werde hier und auf der Webseite sowie in den Neslettern weiter berichten.

2 Kommentare

  1. Moin Frank,
    obwohl ich hier lebe, hätte ich die Situation nicht besser und sachlicher beschreiben können. Vielen Dank!
    Es gibt wirklich keinen Grund, Malindi oder Kenya zu meiden, es sei denn, man sieht es als Partymeile. Es ist ebenso herzlich und angenehm, wie in den vergangenen Jahren.
    Danke Farnk, dass Du (Ihr) mal vorbeigeschaut habt. Ich freue mich auf das nächste mal ……..(Insider – leider wieder mit Makuti, aber daran kann ich leider nichts ändern)

  2. Hallo Franky,
    habe schon sehnsüchtig auf den ersten Bericht nach deiner Rückkehr gewartet.
    Also für mich klingt es den Umständen entsprechend gut.
    Das nicht mehr so viele Touristen nach Malindi kommen tut mir für die Befölkerung leid,
    jedoch für mich zählt das Land und Malindi.
    Denke das ein paar Hartgesottene (so wie ich und mein Freund Harry) zur Hauptsaison trotzdem wieder kommen.
    Ich habe übrigens letzte Woche die Flüge schon gebucht.
    Freue mich jetzt schon, und das Corona welches eigentlich alle betrifft wie auch uns in Europa werden wir auch noch überstehen.
    Warte nun noch auf weitere interessante Berichte von dir.
    Lg
    Robert

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